Meine Schulungen und No-Gos

Nov,2020

Ist es denn tatsächlich wieder Zeit für einen neuen Blog? Für mich schon. Den letzten Blog habe ich nicht veröffentlich, dazu ganz unten aber mehr. Den nächsten Blog werde ich vielleicht zu den Weihnachtstagen platzieren.
Dieses Jahr ist es für jeden beruflich mehr als durchwachsen gewesen, so auch bei mir. Deswegen werde ich langsam in meine Halbjahresplanung 2021 gehen. Denn ich will natürlich weiter fleißig IT machen. Einige Themen sind schon in der Pipeline, was mich wieder freut, dass ich diese Themen umsetzten darf.
Funfact? Mich haben mittlerweile drei Systemhäuser angefragt, bei deren Kunden zu beraten und tätig zu sein, wobei ich aus zeitlichen Gründen nur bei einem, aufgrund der langen Bekanntschaft, zugesagt habe. Das Miteinander ist unkompliziert, das Thema im Infrastruktur-Bereich. Also helfe ich dem Systemhaus, das Systemhaus in gewisser Weise mir und wir gemeinsam seinem Kunden. Daraus resultierte nun auch noch zusätzliche Projekte, was mich wie immer freut.

Weiterbildung, Schulung und irgendwas dazwischen

Wie die meisten mitbekommen haben, war ich in den letzten Monaten sehr aktiv, was die Weiterbildungen angeht. Ich habe mir viele IT-Bereiche angesehen, einige neue Bereiche kennengelernt und diverse Eindrücke gesammelt. #WissenIstMacht!
Da ich bei meinem Partner in der Regel als ganzheitlicher Berater unterwegs bin, ist es mein Ziel, vieles zu kennen, wenn auch nicht alles zu können. Denn sind wir mal ehrlich. Auch wenn ich diverse Azure-Kurse belegt habe, sind mir die meisten Azure-Administratoren und -Berater Welten voraus, spätestens wenn sie anfangen mit Terraform um die Ecke zu kommen. Also Umgebungen auf Knopfdruck zu erzeugen und/oder wegzuwerfen. Um mich damit auseinander zu setzten, fehlt mir, noch, die Zeit. Mein Schulungs-Jahresziel ist erfüllt.

Ich habe, abgesehen von den technischen Schulungen, meine private Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt erfolgreich bestanden. Zwei Jahre Abend- und Wochenendschule sind zu Ende. Nun darf man sich neuerdings wohl noch „Bachelor Professional of Business“ nennen… Hört sich doch nach was an.

Von einigen bekam ich zu einigen Schulungen und Auszeichnungen das Feedback, „das bekommt man doch leicht – ha ha ha“ -> Warum sehe ich das denn nicht bei euch?! Schlecht reden ist einfach als sich paar Stunden/Tage hinzusetzten und zu lernen. Natürlich drücke ich einige technische Schulungen, die Voraussetzungen für Partnerschaften sind (s.u.), in 2 Stunden durch. Was man nicht vergessen darf, ich erarbeite diese Themen in allen Schichten. Von Highlevel bis zum Buddeln 😀 Andere Themen muss ich mir 4 – 5 Tage für frei nehmen um mich darauf zu fokussieren.
Ich versuche mal zusammenzufassen, worin ich mich dieses Jahr weitergeschult habe.
DataCore: DCSA und DCSP
Microsoft: Microsoft Azure Fundamentals + Microsoft Azure Administrator
Amazon: AWS Business Essentials (AWSBE) + AWS Technical Essentials (AWSE)
Google: Google Cloud Fundamentals: Core Infrastructure (GCF-CI)
VMware: VCA (ja – der ist nun wirklich easy – weiß noch nicht in welchen Bereich ich mich hier entwickeln soll)
Veeam: Veeam Certified Sales Professional + (VCSP+), Veeam Certified Technical Sales Professional + (VCTSP+) und Veeam Certified Engineer (VMCE). Die Schulung zum VMCA (Architekt) findet hoffentlich diese Woche noch statt.
Greenbone: Greenbone Configuration Resilience Professional
baramundi: Core Skills / Partner-Schulung

Partnerschaften

Um meine Beratung abzurunden, habe ich diverse Partnerschaften in diesem Jahr angestrebt. Bei mir liegt der Fokus nicht auf das Geldverdienen durch Cashback oder super Margen. Ganz im Gegenteil. Ich versuche gute technische Produkte dort zu empfehlen und einzusetzen, wo es Sinn macht.
Ich bewege mich vermehrt im Infrastrukturellen Umfeld, daher habe ich meine Partner gezielt ausgesucht. Meine Erfahrung mit Systemhäusern und Zuliefern ist, nennen wir es mal, durchwachsen. Mondpreise, schlechte Performance, falsche Angebote, mangelnde Beratung. Dieses Jahr ist mir alles in die Finger gekommen. Einiges konnte ich abwenden, aber auch nicht alles…
Welche Partnerschaften habe ich nun mit meiner InSol angestrebt?

Dell Expert Network
Ein Programm für IT-Berater, welche keinen Haupt-Fokus auf den Verkauf/Vertrieb von Hardware haben. Das erlaubt mir jedoch Zugang zu einem dedizierten IT-Account-Manager, schnellerem Zugriff auf die Service- und Supportlösungen und einen Ansprechpartner für mögliche Finanzierung. Außerdem kann ich Hardware für meine Partner anfragen und diese günstig(er) anbieten. Find ich cool, allen voran, weil ich vermehrt Dell-Hardware bei Kunden betreue.

Datacore
Ich bin Datacore-Partner, hauptsächlich um meine Partner, die Datacore im Einsatz haben, zielgerichtet zu unterstützten. ich plane Erneuerungen, Erweiterungen und die Pflege und Entwicklung der Umgebung. Ich gebe meinen Partner aktiv Informationen und biete ihnen darüber an, die Aktualisierung der Systeme durchzuführen.

Greenbone Partner
Ich bin seit geraumer Zeit Greenbone Partner (GSMP) -> Link zu meinem Portal Vulnerability Management (insol-hh.de)
Warum? Weil Schwachstellen nun mal zum IT-Alltag dazu gehören. Seit meiner Selbstständigkeit informiere ich meine Partner proaktiv, wenn mir eine kritische Sicherheitslücke über den Weg läuft. In der Regel mit den passenden Informationen, wie man diese beseitigt. Mit dem Schwachstellenscanner kann man aber allen voran auch Schwachstellen identifizieren, die man nicht direkt auf dem IT-Schirm hat. Wichtig ist, wie man mit den gewonnenen Informationen umgeht und wie man diese ganzheitlich beseitigt. So bringt es wenig, manuell auf allen MS Clients ein Patch einzuspielen. Neue Sicherheitslücken werden täglich bekannt gegeben und müssen langfristig beseitigt werden, möglichst mit geringem administrativen Aufwand.

baramundi
Und da sind wir auch schon bei einem meiner neuen Lieblingsspielzeuge – dem Unified Endpoint Management, kurz UEM.
Wie schafft man, mit so wenig Aufwand wie möglich Sicherheitslücken ganzheitlich zu schließen und/oder Softwarepakete auf Clients und Server zu buchsieren? Genau – mit zentralisierter Softwareverteilung.
Seit 1 Monat steppt der Bär bei den Browsern. Chrome und Firefox sind Sicherheitstechnisch offen, wie ein Router von vor 15 Jahren. #YouAreWelcome
Auch wenn es nicht nett ist das zu schrieben, ist mir zu Ohren gekommen, dass ein mir bekannter Admin tatsächlich überall manuell den aktuellen Firefox installiert hat. Das ist schon hart sowas mitzubekommen.
baramundi erleichtert darüber hinaus auch das Betanken von neuen Clients. Dazu kann man die vorinstallierte, meist mit Hersteller überfluteter Software, direkt weghauen und ein sauberes Unternehmens-Image ausrollen. ich selbst bin geflashed, dass das so reibungslos bei mir funktioniert hat. Ich habe in wenigen Minuten X -Clients neu und sauber deployed. Ich stelle mich damit sonst immer sehr ungeschickt an. #Wahnsinn
Client Lifecycle Management nennt sich das Zauberwort hier. Darüber hinaus bietet baramundi auch die Möglichkeit, Schachstellenscans auf den Clients durchzuführen. Dieses bietet den Vorteil, dass nicht von einer externen Appliance über das gesamte Netzwerk gescannt wird. Der Scan an dem Client kann lokal stattfinden. Die Ergebnisse werden nach Abschluss dann an die Management Suite übersendet, von der aus man direkt handeln kann. Also ein zentraler Anlaufpunkt für alles. Das Gefällt mir! Nichts desto trotz eignet sich ein weiterer oder anderer Schwachstellenscan wie Greenbone dazu, weitere Geräte abzufragen und auch um ein Quertest zu machen. Aber genug Werbung gemacht 😀
Wie ich auf baramundi gekommen bin? Einer meiner Partner setzt das Produkt ein und hat mich, mit einen meiner anderen Partner, zu einem Look & Feel eingeladen. Coole Aktion, danke nochmal dafür!

Veeam
Was, wenn nicht Veeam… Dass ich ein Fanboy von Veeam bin wissen alle, die in meiner Nähe nur an das Thema Backup & Replikation gedacht haben.
Ich erwische mich, teilweise bei Beratungsgesprächen, wie ich gar nicht mehr aus diesem Universum rauskomme. Es ist beruhigend eine so Zuverlässige Lösung dem Kunden anbieten zu können.
Wenn man das ganze Marketing-Bla-Bla weglässt, kann man als IT-Berater dazu sagen: Es funktioniert!

Aber genug von meinem technischen Gusto.

„Kevin, was machst du eigentlich genau?“

Die Freundin von meinem Kollegen hat mich letztes Wochenende gefragt: „Kevin, was machst du eigentlich genau? Wir haben auch eine IT, die wir anrufen, wenn wir Probleme haben. Machst du auch sowas?“
Das würde ich liebend gerne verneinen. Jedoch gibt es Kunden in meinem Umfeld, die mich involvieren, wenn die Admin’s vor Ort keine Lösung erzielen konnten oder wenn es komplex wird.
Im Grunde genommen liegt mein Schwerpunkt bei der Beratung, Konzeptionierung, Beschaffung, Planung, Projektierung, Durchführung, Überführung, Schulung, teilweise Betreuung und der Kontrolle und Entwicklung.
Ist doch ganz einfach, oder? 😉

Was sind die Schattenseiten als Selbstständiger?

Ich habe letzten Monat einen Blog geschrieben, den ich bis heute jedoch nicht veröffentlich habe. Worum es ging? Um die Vorurteile an einen Jungunternehmer wie mir, No-Gos! Dem ständigen Gefühl mich erklären zu müssen und Menschen, die nur eines interessiert: „Machst du viel Kohle?

Einer meiner Partner nennt mich Kevin Dagobert Brandt… Bei ihm weiß ich natürlich, dass das nur ein Scherz ist. Seitdem ist aber auch der Stundensatz bei ihm um 10€ gestiegen… 😉

Jedoch wissen einige, mit denen man sich versucht darüber zu unterhalten, nicht, wie in Deutschland ein Unternehmen wirtschaftet. Was Steuern sind und das ich als Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer die doppelte finanzielle Belastung habe, für mich und meine Angestellte auf Minijob-Basis. Einigen unterstelle ich auch, dass sie nicht mal den Unterschied zwischen Brutto und Netto kennen.
Im Grunde genommen interessiert sie es, glaube ich, auch nicht. Wenn ich mir ab und zu die Mühe mache und mit Leuten in Dialog gehe, habe ich schnell das Gefühl, mich erklären zu müssen. Bei einigen frage ich mich echt, wie die durchs Leben schweben. Einige sehen nur „guter Stundensatz -> du schwimmst in Kohle“.
Wenn ich viel Kohle verdienen will, lasse ich mich irgendwo bei einem großen Unternehmen einstellen, arbeite meine 9 to 5 und habe keine Sorgen und jemanden der in meine Rentenkasse einzahlt!
Selbstständig sein bedeutet ganz anderes. Nämlich so arbeiten zu können, wie man möchte. Mit den Partnern, mit denen ich möchte. Auch mal gezielt „Nein“ sagen zu können oder Themen voran zu bringen, die sonst einfach liegengeblieben wären. Viel mehr Verantwortung, weil man sich nicht hinter einer Fassade von Mitarbeitern und Vorgesetzen verstecken kann.
Aber das ist es was ich möchte. Ich stehe hinter meinem technischen Knowhow, den Installationen, Projekten und Beratungen. Ich werde Freitagabends um 22 Uhr angerufen, weil Sachen nicht funktionieren und unterstütze meine Partner oder bekomme in meinem Angelurlaub mit, wie ein ESXi-Host abraucht und nehme mich dem Problem sofort an – ohne groß zu überlegen.
Und wenn ich damit meine Lebensweise finanzieren kann, ist es für mich Lohn genug.

Was mir außerdem nicht immer ganz gefällt, ist die Abkürzung, die einige Kunden nehmen wollen. Ohne zu wissen wieso, weshalb oder warum informieren sie sich bei mir „was soll ich hier machen“. Dann bekommen sie die Antwort von mir, dass das eigentlich komplexer ist. Sie wollen aber nur wissen „1 oder 0„. Anschließend machen und/oder versuchen sie es dann selbst. Einige rufen dann an, wenn etwas nicht läuft. Holen sich wieder Input und gehen wieder ihren eigenen Weg…
Einige Fragen auch nur über Whatsapp eine „kurze Info“ an, um vermutlich meine Aufwände möglichst gering zu halten…

Diese Eigenheiten werde ich, in meinen eigenen Interesse, spätestens zum neuen Jahr beenden. Denn seien wir mal ehrlich, ich verdiene damit, wie oben schon festgestellt, mein Geld. Irgendwo gehört es der Fairness an, nicht nur solche Informationen abzuziehen, sondern mich in gewisser Weise damit zu beauftragen. Nicht nur anrufen, wenn man selbst gescheitert ist, sondern es gleich ordentlich machen lassen. Anstelle mich für 2-4 Stunden einzukaufen, wird selbst 12 Stunden rumgedoktert, 67 Whatsapp Nachrichten an mich geschrieben und 3x angerufen. Teilweise sehe ich danach die Ergebnisse und schüttle nur den Kopf.
Das und die Tatsache, dass einige weder interessiert, wie es mir oder meinem Unternehmen in solchen Zeiten geht, sondern nur, ob ich „Kohle mache“ – sind für mich absolute No-Gos!

Es liest sich vielleicht doller, als es tatsächlich ist. Ich möchte damit nur sagen: Denkt bitte immer artig an euren Dagobert und beauftragt ihn auch mal für solche Arbeiten, wo ihr euch ein abbrecht. Die Wintermonate stehen vor der Tür, ich brauche noch paar Scheine um meinen Kamin zu befeuern!

Bleibt gesund und munter!!!